Ratgeber
Abo kündigen: Vorlage und was hineingehört
Eine Kündigung muss nicht schön formuliert sein. Sie muss eindeutig sein, rechtzeitig ankommen und im Zweifel beweisbar sein. Hier steht ein Muster zum Kopieren, dazu die Punkte, an denen es in der Praxis scheitert.
Stand: August 2026
Vier Dinge, die du vorher nachsiehst
Fünf Minuten in den Unterlagen sparen dir später die Diskussion. Sieh im Vertrag oder in den Geschäftsbedingungen nach:
- Bis wann. Kündigungsfrist und Kündigungstermin, daraus rechnest du dein spätestes Datum rückwärts. Bei Abos kann daneben § 15 KSchG ein eigenes Kündigungsrecht geben, auch wenn im Vertrag Längeres steht.
- An wen. Die Adresse, die im Vertrag als Empfänger genannt ist, nicht die aus dem Werbeprospekt.
- Wie. Ob eine Form vorgesehen ist, etwa Schriftform oder ein Onlineformular.
- Womit. Kundennummer, Vertragsnummer, Rechnungsnummer. Ohne eine davon findet dich niemand im System.
Wie sich Frist und Termin zusammensetzen, steht ausführlich im Beitrag über Kündigungsfristen in Österreich.
Was in die Kündigung gehört
Der Text darf schlicht sein. Wichtig ist, dass sechs Angaben darin vorkommen.
- Dein voller Name und deine Anschrift, so wie sie beim Anbieter hinterlegt sind.
- Der Empfänger mit vollständiger Adresse.
- Die Vertrags- oder Kundennummer, gern beide.
- Ein klares Wort: du kündigst. Keine Bitte, keine Anfrage, keine Überlegung.
- Der Zeitpunkt, zu dem gekündigt wird. Wenn du dir beim Datum unsicher bist, hilft die Formulierung „zum nächstmöglichen Termin".
- Die Bitte um eine schriftliche Bestätigung mit dem konkreten Enddatum.
Eine Begründung brauchst du bei einer ordentlichen Kündigung nicht. Sie schadet meist mehr, als sie hilft, weil sie eine Diskussion eröffnet, die es sonst nicht gäbe.
Die Vorlage zum Kopieren
Ersetz alles in eckigen Klammern durch deine Angaben und lösch die Zeilen, die auf dich nicht zutreffen.
Muster
[Dein Vorname und Nachname]
[Straße und Hausnummer]
[Postleitzahl und Ort]
[Name des Unternehmens]
[Straße und Hausnummer]
[Postleitzahl und Ort]
[Ort], am [Datum]
Kündigung meines Vertrags, Kundennummer [Kundennummer]
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich den mit Ihnen geschlossenen Vertrag über [Bezeichnung der Leistung, zum Beispiel Zeitschriftenabo, Mitgliedschaft, Tarif] ordentlich und fristgerecht zum [gewünschtes Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.
Kundennummer: [Nummer]
Vertrags- oder Rechnungsnummer: [Nummer]
Vertragsbeginn: [Datum]
Bitte bestätigen Sie mir schriftlich den Eingang dieser Kündigung und nennen Sie mir dabei das Datum, zu dem der Vertrag endet.
Wahlweise, dieser Satz gehört nicht zwingend hinein Ein allenfalls erteiltes SEPA-Lastschriftmandat widerrufe ich mit Wirkung ab dem Ende des Vertrags.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]
[Name in Druckbuchstaben]
Zum Lastschriftmandat: Zieh es erst ab dem Vertragsende zurück. Wer die Abbuchung vorher stoppt, hat offene Rechnungen und eine Mahnung, und das schwächt die eigene Position.
Welche Form verlangt werden darf
Anbieter dürfen sich eine Form ausbedingen, aber nicht jede. Nach § 6 Abs 1 Z 4 KSchG ist eine Vertragsbestimmung für dich nicht verbindlich, nach der eine von dir abzugebende Erklärung einer strengeren Form als der Schriftform oder besonderen Zugangserfordernissen genügen muss.
Wenn also jemand verlangt, dass die Kündigung nur per Einschreiben, nur über ein bestimmtes Portal oder nur mit einem eigenen Formular möglich ist, lohnt sich eine Rückfrage bei der Arbeiterkammer, bevor du das hinnimmst. Im Zweifel gilt: nimm den Weg, den der Anbieter vorsieht, und schick zusätzlich einen Brief. Wenn du auf zwei Wegen kündigst, muss in beiden Schreiben derselbe Termin stehen.
Der Nachweis ist wichtiger als der Text
Wirksam wird eine Kündigung, wenn sie beim Empfänger ankommt. Wenn gestritten wird, geht es fast nie um die Formulierung, sondern um die Frage, ob und wann etwas angekommen ist. Die Belegkette bereitest du beim Absenden vor, nicht später.
- Per Post. Eingeschrieben mit Rückschein senden, dazu eine Kopie des unterschriebenen Briefs aufheben. Der Aufgabeschein allein genügt nicht: Er beweist, dass du abgeschickt hast, nicht dass es angekommen ist. Der OGH hat ausdrücklich abgelehnt, dass die Aufgabe eines Einschreibens den Zugang schon dem Anschein nach belegt. Sendest du ohne Rückschein, ruf ein paar Tage später die Sendungsverfolgung auf und sichere den Zustellnachweis.
- Per E-Mail. Unterschreiben, einscannen und als PDF anhängen, denn die meisten Verträge verlangen Schriftform, und die braucht eine Unterschrift. Nur an eine Adresse senden, die der Anbieter für Kündigungen aktiv anbietet. Die gesendete Mail behalten.
- Über ein Onlineformular. Vor dem Absenden einen Screenshot machen, danach die Bestätigungsseite und die Bestätigungsmail sichern.
- Immer. Notier dir Datum und Uhrzeit. Und rechne Postlaufzeit ein, der Poststempel allein hilft dir nicht.
Abos, die sich nicht per Brief kündigen lassen
Ein Teil der laufenden Zahlungen ist gar kein Vertrag mit dem Anbieter direkt, sondern läuft über den App-Store deines Telefons. Solche Abos beendest du in den Abo-Einstellungen des Stores. Ein Brief an den Anbieter ändert dort nichts, weil die Abrechnung woanders sitzt.
Dasselbe gilt für Abos, die über die Handyrechnung oder über einen Bezahldienst abgerechnet werden. Wo genau solche Zahlungen sitzen, steht im Beitrag über versteckte Abos.
Nach dem Absenden
Setz dir eine Erinnerung auf zwei Wochen. Kommt bis dahin keine Bestätigung, hak nach und verweis auf dein Absendedatum. Prüf außerdem den ersten Kontoauszug nach dem Vertragsende. Läuft die Abbuchung weiter, hol dir das Geld bei deiner Bank zurück. Bei einer SEPA-Lastschrift geht das ohne Begründung, aber nur innerhalb von acht Wochen ab dem Tag der Kontobelastung. Widersprich gleichzeitig schriftlich beim Anbieter und behalte die Kündigung samt Nachweis griffbereit.
Und wenn eine Kündigung zu spät kam, wirf sie nicht weg. Verspätete Kündigungen sind in vielen Konstellationen nicht ungültig, sie wirken zum nächsten Termin. Absenden ist also fast immer besser als abwarten.
Häufige Fehler
- Am letzten Tag der Frist aufgeben. Der Zugang zählt, nicht das Absenden.
- Nur telefonisch kündigen. Ohne Beleg ist das im Streitfall wenig wert.
- An eine allgemeine Serviceadresse schreiben statt an die Adresse aus dem Vertrag.
- Die Kundennummer vergessen.
- Sich auf ein Rückgängigmachen einlassen und dabei die Frist verstreichen lassen.
Keine Rechtsberatung
Hinweis. Diese Vorlage und der Text dazu sind eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Sie ersetzen keine Prüfung deines konkreten Vertrags. Geprüfte Musterbriefe gibt es kostenlos bei der Arbeiterkammer. Rechtsauskunft zu deinem konkreten Fall bekommst du bei der Arbeiterkammer, beim Verein für Konsumenteninformation, für Telekomverträge bei der RTR oder bei einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt. Verbindlich entscheiden kann nur ein Gericht.
Quellen
- Konsumentenschutzgesetz, geltende Fassung im RIS (insbesondere § 6 und § 15)
- Arbeiterkammer: Musterbriefe zum Rücktritt
- Arbeiterkammer: Musterbriefe-Datenbank
- konsumentenfragen.at: Rücktritt, Storno, Umtausch und Kündigung
- Verein für Konsumenteninformation, Portal verbraucherrecht.at
- RTR: Informationen zu Telefon- und Internetverträgen
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